Home
 
Über valuenet
Lizenzangebot
Impressum
Mediadaten
 
 
Erweiterte Suche
Ratgeber
Lexikon
Gesetze
Bibliothek
Newsletter
 
 
Steuerberater
Rechtsanwälte
Forum
 
Steuerfuchs
Produkte
 

Mehrere Beschäftigungen

  1. Mehrere geringfügige Beschäftigungen

Es können durchaus mehrere Minijobs gleichzeitig ausgeübt, allerdings nicht beim selben Arbeitgeber. Damit soll verhindert werden, dass normale Beschäftigungsverhältnisse in mehrere Minijobs aufgespaltet werden, um Sozialbeiträge zu sparen. Die Verdienste aus mehreren geringfügigen Beschäftigungen werden zusammen gerechnet. Erfasst werden sowohl Beschäftigungen im gewerblichen Bereich als auch im Haushaltsbereich.

Beispiel: Frau Lustig arbeitet regelmäßig beim Arbeitgeber A und verdient monatlich 400 Euro. Am 1. Januar 2008 beginnt sie beim Arbeitgeber B einen weiteren Minijob und erhält dort monatlich 300 Euro. Frau Lustig ist für den Monat Dezember 2007 noch versicherungsfrei, weil ihr Monatsverdienst nicht über 400 Euro liegt. Mit ihrem zweiten Minijob übersteigt sie jedoch insgesamt die 400 Euro Grenze und muss Sozialversicherungsbeiträge für beide Beschäftigungen zahlen.

Steuertipp: Sofern der Verdienst insgesamt nicht mehr als 800 Euro monatlich beträgt, können Sie von der Gleitzone für niedrig entlohnte Beschäftigungen profitieren. Hier brauchen Sie nur ermäßigte Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

Bei Überschreiten der 400-Euro-Grenze tritt die Versicherungspflicht erst zu dem Zeitpunkt ein, in dem die Einzugsstelle oder der Rentenversicherungsträger dies offiziell bekannt gibt (§ 8 Absatz 2 Satz 3 SGB IV). Somit müssen Arbeitgeber keine Nachforderungen mehr für die Vergangenheit befürchten, wenn der Verdienst von Beschäftigten über die 400-Euro-Grenze gestiegen ist.

Steuerliche Behandlung: Die Pauschalsteuer von zwei Prozent kann nur dann angewandt werden, wenn der Arbeitgeber Pauschalbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet (15 Prozent im gewerblichen Bereich oder fünf Prozent im Haushaltsbereich). Ist dies wegen Zusammenrechnung mehrerer geringfügiger Beschäftigungen und Überschreitens der 400-Euro-Grenze nicht möglich, kann der Arbeitslohn aus jeder einzelnen Nebenbeschäftigung bis 400 Euro pauschal mit 20 Prozent oder individuell nach Lohnsteuerkarte versteuert werden.

Für Zwecke der Pauschalbesteuerung wird jede geringfügige Beschäftigung für sich betrachtet. Das bedeutet, dass die Pauschalbesteuerung für jede Beschäftigung mit einem Monatslohn bis 400 Euro möglich ist, auch wenn es sich sozialversicherungsrechtlich wegen der Zusammenrechnung mit anderen Beschäftigungen und wegen Überschreitens der Arbeitslohngrenze nicht mehr um eine geringfügige Beschäftigung handelt.

  1. Geringfügige und kurzfristige Beschäftigung

Von der geringfügigen Beschäftigung zu unterscheiden ist die kurzfristige Beschäftigung: Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres von vornherein auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Für eine solche Tätigkeit brauchen - egal wie hoch der Arbeitslohn ist - keine Sozialversicherungsbeiträge und auch keine Pauschalbeiträge zur Renten- und Krankenversicherung abgeführt zu werden. Üben Sie eine geringfügige Beschäftigung neben einer kurzfristigen Beschäftigung aus, erfolgt keine Zusammenrechnung der Arbeitslöhne.

Das bedeutet: Die kurzfristige Beschäftigung bleibt sozialversicherungsfrei, und für die geringfügige Beschäftigung braucht der Arbeitgeber nur die Pauschalabgaben zu zahlen.

Beispiel: Frau Fink ist familienversichert und verdient beim Arbeitgeber  in laufender Beschäftigung monatlich 400 Euro. Außerdem arbeitet sie befristet vom 2. Mai bis zum 28. Juni (58 Kalendertage) beim Arbeitgeber B für einen monatlichen Arbeitslohn von 700 Euro.

Da die Tätigkeit beim Arbeitgeber B auf zwei Monate begrenzt ist, handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung, die nicht mit der geringfügigen Beschäftigung zusammengerechnet wird. Mithin sind beide Beschäftigungen versicherungsfrei. Der Arbeitgeber A hat jedoch Pauschalabgaben zu zahlen.

Steuertipp: Achten Sie daher darauf, dass es sich bei der geringfügigen und der kurzfristigen Beschäftigung um völlig voneinander unabhängige Beschäftigungsverhältnisse handelt. Dann nämlich bleibt die kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei.

  1. Geringfügige Beschäftigung und sozialversicherungspflichtige Haupttätigkeit

Sozialversicherungspflichtig ist eine Haupttätigkeit als Angestellte(r) oder Arbeiter(in), für die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen sind. Wird zusätzlich eine geringfügige Nebenbeschäftigung ausgeübt, gilt:

Steuertipp: In der Arbeitslosenversicherung erfolgt keine Zusammenrechnung mit der Haupttätigkeit, sodass für die Nebenbeschäftigung keine Beiträge zur Bundesanstalt für Arbeit abgeführt werden müssen.

  1. Geringfügige Beschäftigung und sozialversicherungsfreie Haupttätigkeit

Sozialversicherungsfrei ist eine Haupttätigkeit als Beamter, Selbstständiger oder befreiter Angehöriger eines freien Berufes. In diesem Fall werden die Nebenbeschäftigung und die versicherungsfreie Haupttätigkeit nicht zusammengerechnet. Der Nebenjob bleibt geringfügig, und der Arbeitgeber der Nebenbeschäftigung muss nur die Pauschalabgabe zahlen. Falls Sie nicht gesetzlich krankenversichert sind, entfällt sogar der anteilige Pauschalbeitrag für die Krankenversicherung.

  1. Kurzfristige Beschäftigung und sozialversicherungsfreie Haupttätigkeit

Kurzfristige Beschäftigungen neben einem Hauptberuf werden mit der Hauptbeschäftigung nicht zusammengerechnet.


Inhaltsverzeichnis


Antwort direkt vom Rechtsanwalt (vor Ort, online, am Telefon). Anwalt.de

[Portal Recht & Steuern]  [Steuerlexikon]  [Ratgeber Steuern]  [Rechtswörterbuch] 
[Ratgeber Recht]  [Steuerberater]  [Mandantenbrief]  [Musterkanzlei]
copyright 2000 by valuenet GmbH, Content Recht & Steuern